Einmal mit Profis. Und ohne Mikrofonmysterium.

Kasettenrekorder

 

 

 

 

 

 

Vorstadtrathaus. 18 Uhr.

“Guten Abend, meine …”
Krakskrächtz.

“Irgendwas ist mit dem Mikro.”
Knopf aus. Knopf an.

“Können Sie mich jetzt verstehen?”
Das Publikum schüttelt den Kopf.

“Ich versuche es mal ohne Mikro.”
Die Zuhörer meutern.

“Ist der Hausmeister da?”
Nein.

Krächtzkratz.
Die teure Regleranlage ist ein Mysterium.

“Ich bemühe mich laut zu sprechen.”
Schulterzucken.

“Lauter!”
Irgendwann läuft die Sitzung. Und die Präse.

Die Tabelle in Chart drölfundneunzig ist komplex.
Kann kein Mensch entziffern. Egal.

Der Referent liest vor.
So geht Sachkompetenz. Auch ohne Mikro.

“Noch Fragen?”
Ja, die Infos kommen nächste Woche auf die Homepäätsch.

Die Adresse dazu wird säuberlich abgetippt.
Und in einem Worddokument per E-Mail verschickt.

Unanklickbar.

Da hilft auch kein Hoodie.

Twitter für Lernlinge. Eine Fundgrube für neue Wörter.

Früher gab es einen Verriss in der Zeitung, heute wird “zerbloggt”.

 

 

 

 

 

 

 

Über die Kunst, Entschuldigungen für die Schule zu schreiben.

Entschuldigungen fürs Schuleschwänzen oder krankheitsbedingtes Fehlen sind bis zur Volljährigkeit der Kinder für Eltern eine Herausforderung zur Kreativität oder Wurstigkeit. Das kommt auf die Häufigkeit an. Dramen im Grundschulalter erfordern natürlich eine angemessene Würdigung; in der Oberstufe spart man sich viele Worte. Sportstunden oder Französischunterricht werden nämlich besonders häufig versäumt. Eine Zeitreise durch eine alte Schulkiste.

Carline 1992 Hinkebein

Die Grundschullehrerin meiner Tochter hatte es offensichtlich nicht leicht gehabt, als Carline nur wenige Wochen nach der Einschulung mit einem gebrochenen Arm aufkreuzte. Rechts. Natürlich. Als zwei Jahre später der linke Knöchel angeknackst war, schrieb ich der Lehrerin folgenden Brief: Weiterlesen