Bin beleidigt. Zollstöcke mit Namen gibt es nur für Männer.

Zollstöcke nur für Männer

Zollstöcke nur für Männer

Seit ich eine Bohrmaschine besitze, kann ich Wunderdinge vollbringen. Mein bisherige Glanzleistung bestand darin, das durchgebrochene Bein eines Barbi-Pferdes mit einer Stiftverbindung in fein gebohrten Löchern wieder spieltauglich repariert zu haben.

Werkzeug? Hab ich!

Seitdem marschiere ich munter in Baumärkte, um mich mit Werkzeug für neue Probleme einzudecken. Mein Sammlung ist inzwischen beachtlich, und wenn ein Nachbar klingelt: “Hätten Sie vielleicht …?”, lasse ich ihn gar nicht erst ausreden, sondern behaupte sofort: “Hab ich.” Nur die Kreissäge, die ich neulich brauchte, musste ich mir selbst ausleihen. So oft zerkleinert man schließlich keine Schränke, damit sie in den Sperrmüllwagen passen.

Keine Ilse dabei

Bei Besorgungen im Baumarkt gucke ich gerne auch rechts und links, weil es so unfassbar schlaue Sachen gibt und stieß auf einen Ständer mit Zollstöcken. Nett, dachte ich. Mit Namen. Und drehte das Ding und drehte es. Es war nicht nur keine Ilse dabei; es gab überhaupt keine Zollstöcke mit Frauennamen. Frechheit!

Trost aus der Timeline

Trotzig zog ich ab. Stift und Papier hatte ich nicht dabei, sondern hätte ich dem Ständer einen patzigen Denkzettel verpasst. Vielleicht so: “Pff. Ich habe die Emanzipation der Frau längst hinter mir und setze mich jetzt für die Gleichberechtigung der Männer ein.” Stattdessen gab ich den Sachstand auf Twitter durch und erhielt postwendend Trost aus der Timeline:

Passt. Ich nenne mich jetzt ab sofort Ilse Friedrich Mohr.

Ein Weihnachtsbaum muss her. Vom Fringsen und Finden.

Ich habe diese Weihnachtswundergeschichte heute beim Aufräumen in „meinem Internet“ wiederentdeckt und hier in den Blog gepackt, den ich damals noch nicht hatte. In den Geschäften gibt es jetzt die ersten Lebkuchen. Passt.

 

Wir schreiben den 24. Dezember 2010. Meine Tochter ist selbstständige 26 Jahre alt. Beim Gedanken an einen Weihnachtsabend ohne Christbaum aber beginnt ihre Unterlippe zu zittern. Es ist Heilig Abend, 11 Uhr. Nicht nur das Vorgebirge versinkt im Schnee, sondern ganz Nordrhein-Westfalen. Ich streiche die Fahrt von Alfter zu den Verwandten ins Ruhrgebiet, wo bereits mehr Schnee gefallen ist als hier. „Wenn wir hier bleiben, brauchen wir einen Weihnachtsbaum!“, jammert das Kind. „Und sei er noch so klein.“

Das neongelbe Kind rodelt.

Das neongelbe Kind rodelt.

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Frauchen gesucht. Wie man erwachsenen Kindern ihre alten Stofftiere abschwatzt.

Ein weithin bekanntes Elternleiden geht so: Die Kinder sind längst erwachsen und ausgeflogen und haben zuhause einen Berg an Stofftieren hinterlassen. Die man selbstverständlich nicht entsorgen darf. Als meine Tochter 30 Jahre alt wurde, habe ich Wauzi ein Schild umgehängt: “Frauchen gesucht”.

Verwaiste Tiere darf man doch aussetzen, oder?

Verwaiste Tiere darf man doch aussetzen, oder?

Verwaiste Tiere darf man doch aussetzen, oder?

Die frohe Frage habe ich bei Instagram und Facebook gepostet, denn Kontakt per Mail oder Telefon klappt bei den jungen Leuten erfahrungsgemäß nur so mittelgut. Der Kommentar meiner Tochter auf Facebook ließ nicht lange auf sich warten: “Mamaaaaaa!!!!!! Noooiiiiiiinnnnnn!!!!!!” Auf einmal klappte es dann mit einem Telefonat. Ich habe geduldig erklärt, welche verwaisten Stofftierschätze noch Asyl bei mir beanspruchen und versprochen, für Wauzi ein neues liebesvolles Frauchen zu suchen. Weiterlesen

Ich bin ein schlechter Beifahrer. Das liegt in der Familie.

Wahrscheinlich lande ich demnächst in der Autokolumne meiner Tochter Carline. Als ihr schlechtester Beifahrer ever. Alles gelogen. Es gibt nichts Unterhaltsameres als ein Kind am Steuer, das wundersamerweise vor zwölf Jahren den Führerschein bestanden hat und inzwischen über ein volles Punktekonto in Flensburg verfügt.

Auto

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