Frühlicht

Tulpen

Frühlicht

Fröstelnd

löst die Nacht

die Fesseln vom Licht

und lässt es hutsam

auseinanderfallen.

 

Ein erster Schein

schrägt durch das Dunkel

und setzt sich

wartend auf einen Baum.

 

Von dort

zwitschern die Vögel

den Morgen auf die Wiese,

und schlaftrunken

recken sich

die Halme hoch.

Von Grau nach Grün.

 

Lichtblüher

gibt es auch

unter Menschen.

Schnapsdrosseln ermitteln undercover

Es gibt Wörter zum Verlieben: Katzenlochbachtal. „Da musste die Leiche hin“, entschied Sabine Trinkaus. Der Mord in der Naturidylle im Südwesten von Bonn beschäftigt nicht nur die Kriminalpolizei; er beflügelt auch die Ermittlungskünste von zwei Freundinnen, die undercover ihr Glück versuchen und dabei gegebenenfalls „ein winziges bisschen dramaturgisch nacharbeiten“.

„Schnapsdrosseln“, der neue Bonnkrimi von Sabine Trinkaus aus Alfter, ist eine fesselnde und humorvolle Mischung aus Mordsdrama und rheinischer Lebensart, fein abgeschmeckt mit Bier und Schnaps. Die Autorin hat 2010 bereits den Agatha-Christie-Krimipreis gewonnen und ist aktuell für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis 2013 in der Sparte Kurzkrimi nominiert.

Sabine Trinkaus

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Blei im Keller. Lyrik in der Luft.

Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich mein Herz an eigene Lyrik verloren. Wohin jetzt mit den bleischweren Kisten aus einer analogen Zeit? Ich weiß es nicht. Aber Teilen geht auch anders. Zum heutigen Welttag der Poesie schenke ich diesem Blog eine neue Kategorie für das eine oder andere Gedicht. Falls ein Feuer mal unser Haus abfackelt, gibt es wenigstens hier ein poetisches Vermächtnis.

Geh-Dichte

dicht erlebt
alles sehen
verdichtet
im Gehen

erdichtet
was fehlt
belichtet
und drehen

geh-dichtet
entstehen Worte
um mehr
zu verstehen.

Badeseespiegel

Namenssalat mit 2 Buchstaben. Schluss jetzt mit Familiengedöns.

Die Namensgebung in unserer Familie war eigentlich als Liebesbeweis pur gedacht: Mein Großvater Carl und seine Ehefrau Frida wollten ihrem erstgeborenen Sohn ihrer beider Vornamen geben. Damit setzten sie leider ein generationenübergeifendes Problem in die Welt. Inzwischen hoffe ich, dass meine Nachkommen dereinst den Buchstabensalat von Ks und Cs beenden und meine Enkel eindeutige Namen tragen wie etwa Tom oder Emma.

Karl oder Carl

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Von der Last und Lust im Kamelleregen zu stehen

Früher regnete es bei Karnevalsumzügen noch traditionelle Kamelle. Wie kleine Kopfnüsschen prasselten bunt verpackte, harte Bonbons herab und bescherten eifrigen Sammlern süße Vorräte bis mindestens Ostern. Gern ersetzte man sie dann durch Schokoladeneier, denn die Plombenzieher und Zuckerdrops waren nur bedingt lecker. Heute sind das olle Kamelle. Hochwertige Süßigkeiten haben die Bonbons abgelöst, die zunehmend verschmäht wurden.

Für das Kinderglück reichten die ollen Kamelle aber damals allemal.

Kamelleregenschirm 2013

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In kleinen Schritten
zum Silvernerd

Ich bin ü50. Zu jung, um Babysöckchen für nicht vorhandene Enkel zu stricken und den Anschluss zu verpassen. Den Anschluss an eine Welt, die sich im Internet experimentierfreudig vernetzt.

Natürlich kann meine Generation inzwischen E-Mails verschicken und online eine Bahnfahrkarte buchen, Nachrichtenkanäle nutzen und zielgerichtet nach Informationen suchen. Aber das Netz kann mehr. Und es macht Spaß. Man muss es nur ausprobieren.

Ich möchte deshalb in meinem neuen Blog www.silvernerd.de teilen, was jemand erlebt und lernt, der seine ersten Artikel noch auf der Schreibmaschine getippt hat, dann vom Computerzeitalter überrollt wurde und mit Verspätung das Mitmachweb auf eigene Faust und als neue journalistische Herausforderung entdeckt.

Adieu Schreibmaschine

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Tricks in Höhenlage

Höhenlage. Damit preist der Immobilienmarkt wahlweise abseitige Lage, Fernsicht und frische Luft im grünen Vorgebirge an. Das bedeutet allerdings auch, dass man im Winter ohne Schneeketten mitunter nicht den Berg hinaufkommt. Aber wer hat die im meist muckeligen Rheinland schon dabei?

Höhenlage

Die engen Straßen werden bei dickem Schnee für Heimkehrer zu einer tückischen Autofalle. Und zwar überall dort, wo Begegnungsverkehr nicht möglich ist. Das Vorfahrtgewähren zwingt an den Straßenrand, geradewegs in die aufgetürmten Schneeberge der Räumdienste. Das war es dann.

Anfahren klappt nicht mehr, die Räder drehen durch. In solchen Fällen lohnt ein Blick auf den Bürgersteig. Denn es gibt Hausbesitzer, die ihre Räumpflicht erfreulicherweise sehr ernst nehmen. Also lässt man den Wagen auf den schneebereinigten Bürgersteig zurückrollen, bis wenigstens zwei Reifen wieder Grip haben. Und weiter geht es.

So gesehen funktioniert schnöde Bürgerpflicht auch als Nachbarschaftshilfe, ganz ohne zusätzlichen Aufwand.

Der Fischerjunge und die versunkene Krone

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade von Frank Bergmann. 200 Jahre, nachdem die Brüder Grimm den ersten Band ihrer Kinder- und Hausmärchen veröffentlichten, soll diese Erzählform mit vielen, neuen Beiträgen am Leben erhalten werden.

Der Fischerjunge und die versunkene Krone

Es war einmal ein Fischerjunge, der wurde jeden Tag ans Meer zum Fischen geschickt. Doch er brachte es nicht übers Herz, die Fische zu fangen, zu töten und auf dem Markt zu verkaufen. In seiner Familie wurde er deshalb ausgelacht, und man machte ihm Vorwürfe, weil er zum Lebensunterhalt nichts beitrug. So musste sich der Junge damit begnügen, Pilze und Kräuter zu sammeln und vom Obst und Gemüse der Jahreszeiten satt zu werden.

Eines Tages trug es sich zu, dass die Prinzessin des Landes eine Bootsfahrt auf dem Meer machte. Da kam mit einem Mal ein stürmischer Wind auf und fegte die perlenbesetzte Krone der Prinzessin ins Meer. Die Krone war aus schwerem Gold und ging sofort unter.

Die Prinzessin weinte bitterlich und ließ am nächsten Tag im ganzen Land verkünden: “Wer mir die Krone zurückbringt, den werde ich zum Mann nehmen.”

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