Schnapsdrosseln ermitteln undercover

Es gibt Wörter zum Verlieben: Katzenlochbachtal. „Da musste die Leiche hin“, entschied Sabine Trinkaus. Der Mord in der Naturidylle im Südwesten von Bonn beschäftigt nicht nur die Kriminalpolizei; er beflügelt auch die Ermittlungskünste von zwei Freundinnen, die undercover ihr Glück versuchen und dabei gegebenenfalls „ein winziges bisschen dramaturgisch nacharbeiten“.

„Schnapsdrosseln“, der neue Bonnkrimi von Sabine Trinkaus aus Alfter, ist eine fesselnde und humorvolle Mischung aus Mordsdrama und rheinischer Lebensart, fein abgeschmeckt mit Bier und Schnaps. Die Autorin hat 2010 bereits den Agatha-Christie-Krimipreis gewonnen und ist aktuell für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis 2013 in der Sparte Kurzkrimi nominiert.

Sabine Trinkaus

Der Krimi ist dabei so geraten, wie es der eigenen Vorliebe der Autorin entspricht: Auch Sabine Trinkaus selbst liest am liebsten psychologisch fein gestrickte Krimis, gern mit verwickelten Familiengeschichten, und eher weniger actiongeladene Geschichten. Die Dramatik um eine alte Dreiecksgeschichte würzt Sabine Trinkaus dabei mit Witz und Humor.

Aus verschiedenen Gründen schien Margot Ehrlichkeit an dieser Stelle nicht angebracht. „Ich meine: nichts, ich … äh … ich wollte mich eigentlich nur erkundigen, ob sie schon das Wort Gottes vernommen hat“, improvisierte sie eilig. Und überaus erfolgreich, denn die Tür schlug umgehend vor ihrer Nase zu.

Bei der Spurensuche nach dem Täter spielt eine Tzatziki fressende englische Bulldogge mit, die nicht nur schlecht, sondern überhaupt nicht erzogen ist. Unkonventionell zieht auch die alte Agathe Hutschendorf im Hintergrund die Fäden, recherchiert via Facebook und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Ihr müsst irgendwie an die Familie des Opfers rankommen“, fuhr sie nun fort. „Deren Vertrauen gewinnen. Ihr braucht Hintergrundinformationen. Wer mit wem, was und warum, dunkle Geheimnisse, miese Geschäfte, ihr müsst richtig im Dreck wühlen. Letztlich ist Lengsdorf ein Dorf.“

In dem Bonner Stadtteil Lengsdorf spielt die Geschichte. Dort hat Sabine Trinkaus mit ihrer Familie rund acht Jahre gelebt und aus dem beschaulichen Ort einen Schauplatz des Verbrechens gemacht.

Es gibt keine unsinnigen Gedanken, alles ist irgendwann zielführend, sogar Tulpen und Zaunrüben, giftige Zaunrüben, Gift kann man nur mit Gift bekämpfen.

Die rätselhaften Gedankengänge einer dem Wahn verfallenen Person enden mit einer Flammenhölle und zu guter Letzt mit der einleuchtenden Frage: „Wie wäre es mit einem Schnaps?“

„Pronto!“ Agathe schnaubte. „Irrenhaus hier.“

Links: Die Autorin Sabine Trinkaus

Mein Interview mit der Autorin im General-Anzeiger

Der Bonnkrimi Schnapsdrosseln im Emons Verlag

Die Nominierungen 2013 im Syndikat 

Schnapsdrosseln

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