Und tschüss. Über das große Aufräumen im Bücherregal.

Die Bücher in zwei Reihen stellen? Oder noch ein Bücherregal kaufen? Ich habe mich für das Ausmisten durch erneutes Lesen entschieden. Das geht schnell, wenn man über die ersten Seiten nicht hinauskommt; das dauert, wenn man sich in einem dicken Wälzer festliest. Aber die Reihen lichten sich. Bücher ausmisten Man hängt ja in völlig diffuser Weise an den Büchern, die einmal ins Regal gewandert sind, und schleppt sie Umzug für Umzug mit. Die Bücher atmen gelesene Vergangenheit und stehen wie vermeintlich vertraute Freunde im Regal. Doch bei näherem Hinsehen erinnere ich mich nicht mehr an das damalige Lesevergnügen oder den Inhalt, weil die Lektüre so lange zurückliegt.

Und so lautet derzeit die Frage an meine Bücher: Warum steht ihr da?

Für die Antwort gebe ich jedem Buch eine Chance, das in meiner Hand stumm bleibt. Ich blättere durch Inhaltsverzeichnisse und Eselsohren, ich schaue nach meinen angemarkerten Textstellen und erinnere mich an Schul- und Studienzeiten, ich lese jeden Klassiker oder Bestseller noch einmal an, bevor ich eine Entscheidung treffe.

Wenn ich das Buch von vorne bis hinten erneut durchlese, hat das Buch meist gewonnen! Es bleibt.

Ich muss als junger Mensch eine Klassikerphase gehabt haben. Aber ich habe vergessen, worum es bei Effi Briest geht. Neugierig habe ich den Roman von Theodor Fontane in die Hand genommen und bin gleich im ersten Satz an einer schwalligen Ortsbeschreibung mit rund 70 Wörtern erstickt. Über die ersten Seiten bin ich nicht hinausgekommen. Sorry, Effi. Phonebook Was soll ich mit all den Büchern, die mich nicht mehr fesseln, nicht mehr interessieren oder die ich einfach nicht mehr brauche? Ich möchte mich nicht mehr mit Stefan Zweigs „Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam“ beschäftigen und lieber seine grandiose „Schachnovelle“ zum wiederholten Male lesen. Ich bin etwas ratlos, warum ein „Einblick in das Leben und Werk von C.G. Jung“ bei mir herumsteht und noch immer ein 40 Jahre alter Bildband über Irland, wohin ich nie hingereist bin. Auch die Schüttelreime von 1932 erfreuen mich nicht. Woher habe ich die überhaupt? BücherschrankDaneben gibt es die Lieblingsbücher, von denen ich mich immer wieder gern berühren lasse, und bibliophile Schätze. Und ach, da steht ja auch „1984“ von George Orwell. Das könnte man aus aktuellem Anlass eigentlich nochmals zur Hand nehmen. Die Gesamtausgabe von Shakespeares Werken habe ich demgegenüber längst in ein güldenes Nikolausbuch für gelegentliche Auftritte als Nicola umfunktioniert. Es ist voll gespickt mit eigenen Gedichten und Vorträgen und hat nun einen neuen Unterhaltungswert. Nikolaus arbeitet noch ohne Dropbox Mitten in den Aufräumarbeiten stolperte ich über das Blogstöckchen von Wibke Ladwig für interessierte Bücherwürmer mit Fragen, die meine Aufräumaktion gut ergänzen. Die Antworten darauf stehen hier.

2 Gedanken zu “Und tschüss. Über das große Aufräumen im Bücherregal.

  1. Hallo Ilse,
    auf der Suche nach Blog-Einträgen über das Aufräumen bin ich auf Deinen Eintrag hier gestoßen. Ich versuche nämlich gerade auch, meine Büchersammlung ein bisschen zu reduzieren… Dein Artikel ist zwar schon etwas her, aber ich habe mich trotzdem gefreut, darüber zu lesen wie Du auch mit dem Thema haderst. Vielen Dank dafür!
    Falls Du einen Tipp gebrauchen kannst (und Dir immer noch die Frage stellst, wohin mit den ganzen Büchern die Du nicht mehr brauchst): ich verkaufe diese immer Online, und zwar über ein Vergleichsportal, das einem anzeigt, welche Händler im Netz für die Bücher noch am meisten bieten – falls es Dich interessiert: https://www.bonavendi.de/verkaufen/b/B%C3%BCcher.html – das ist der Link zum Verkauf von Büchern.
    So, genug der Tipps – danke Dir für den Hinweis auf das Buch „1984“ von Orwell! Hatte ganz vergessen, das meine Mutter das hat; ich fand es toll. Leihe es mir kommendes Wochenende wieder aus! Manche Bücher müssen einfach doppelt gelesen werden…
    Alles Liebe dir!

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