Rettungsschirm für gestrandete Fußgänger

Ich kaufe dauernd neue Regenschirme. Nie habe ich einen dabei, wenn es anfängt zu pladdern. Dann spurte ich schnell ins nächste Geschäft, um einen zu kaufen.

Wie reduziert man seine Sammlung an Regenschirmen auf dem Rücksitz im Auto?

Der klassische Fall – Regenschirm irgendwo stehen lassen – funktioniert nicht. Ich habe ihn doch gerade gekauft, weil es regnet. Daher wandert die klatschnasse Neuerwerbung zu den anderen auf den Rücksitz und müffelt.

Umgekehrt: Wer denkt bei 32 Grad an einen Regenschirm? Niemand.

Badesse Düren-Gürzenich

Meine große Stunde kommt, als eine Gewitterfront panikartig die Badeseebesucher vertreibt. Autobesitzer sind gegenüber Fußgängern jetzt klar im Vorteil. Ich sitze in meinem Wagen schon drin und fühle mich schlecht.

Die armen Kinder. Nur noch Sekunden bis zum Wolkenbruch. Kann ich Euch mitnehmen?

Erleichtert krabbeln zwei leicht bekleidete Teenager hinten ins Auto. Ihnen ist egal, dass sich auf der Rückbank Regenschirme in ihr Hinterteil bohren. Da plästert es schon, die Scheibe beschlägt. Erst beim zweiten Anlauf finde ich die Bushaltestelle, an der ich die Mädchen absetzen soll.

 Halt. Nehmt Euch einen Schirm mit.

Gewühle auf der Rückbank. Es schüttet. Ich spende den größten Regenschirm aus meinem Angebot und fühle mich gut.

In dem Durcheinander vergesse ich, weitere nützliche Dinge anzubieten: Ersatzsocken und Regenhaut, Plastiktüten und Taschentücher.

Die Abteilung Stauprophylaxe meines Autos könnte außerdem mit Kuscheldecken und Warnwesten, Notnahrung und Gedichtbänden dienen.

Künftig werde ich häufiger gestrandete Fußgänger mitnehmen und großzügig mein Notfalldepot räumen. Dann passen glatt zwei Leute mehr ins Auto.

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