Mit vegetarischen Brötchen zum Heiratsantrag

Irgendwann verlassen Kinder das Hotel Mama. Und weil es da nun mitunter ziemlich einsam ist, kommt das Hotel Mama eben zu den Kindern. Eine Subform des Generationenvertrags, der noch nicht allgemein bekannt ist. Aber ich bin ein innovativer Mensch.

 Du kommst zu Deinem 21. Geburtstag nicht nach Hause? Aha, Ihr macht eine Riesenfete in Deiner Wohngemeinschaft und feiert rein. Ach, da gibt es nur zu trinken?

Also, hör mal, Kind. Ihr müsst doch etwas essen! Weißt Du was? Ich schenke Dir zum Geburtstag das Catering, also das komplette Programm für feste Nahrung.

 „Tolle Idee“, befindet meine Tochter, und ich höre sofort heraus, dass sie mich nicht dabeihaben will.

„Aber weißt Du, Mama. Da werden ziemlich viele Leute auftauchen, weil sich die Fete herumgesprochen hat. Von denen kenne ich die meisten nicht einmal. Die wollen sich nur betrinken. Für die auch noch Essen anbieten?“

Weiterlesen

Ein Kind, gefühlt drei

Ein Nachbarkind singt im Garten: „Maria durch den Dornwald ging.“ Mein Kind trällerte mit 5 Jahren Pippi-Langstrumpf-Lieder: „Ich mach‘ mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt ….“ Dabei ist es geblieben.

In bester Absicht habe ich am Kinderbett abends vorgelesen. Jahrelang. Mit dem Märchen von Rotkäppchen fing es an. Die gerechte Strafe für den Oma fressenden Wolf fand dieses Kind gut. Aber es sah in der Geschichte auch großes Potenzial zu seinen eigenen Gunsten. Als es mit der Oma im Clinch lag, drohte es spitzzüngig:

„Gleich kommt der Wolf und frisst die Oma.“ – Ich: „Da muss ich ja dem Wolf den Bauch aufschneiden, um die Oma zu retten.“ – Das Kind: „Nein! Der Wolf hat gesagt, er kaut die Oma.“ Weiterlesen

Muttertagsgedanken

REGENBOGEN

Anrede in Farbe.
Zuerst das Rot.
Immer.

In der Wärme der Liebe
gedeiht das Licht
und die Hoffnung
und die Kraft.

Als Kinder kannten
und nannten wir die Farben
bei ihren magischen Namen,
die erste Reihe im Malkasten
war immer leer.

Nochmal von vorn:
Zuerst das Rot.
Immer.

Weiterlesen

Olle Kamelle

Kinder brauchen Taschengeld. Klar. Und Ideen, wie man es aufbessert. Das habe ich als Kind auch gemacht: dicke Sträuße aus Wiesenschaumkraut gepflückt und in der Nachbarschaft verkauft. Da war das Geld für ein giftgrünes Waldmeistereis schnell verdient.

Blöd für die Kinder heute: Wildblumenwiesen sind so rar geworden wie Waldmeistereis, Wiesenschaumkraut steht mancherorts auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Weiterlesen