Wärme. Wasser. Wiese. Diese drei.

Wärme. Wasser. Wiese. Ferien im Freibad. Eine Generation von Kindern ist so groß geworden. Ich auch.

Anfangs hatte ich etwas Angst vor dem einarmigen Kassenwärter, der das Tor zum Paradies bewachte und kaum eine Miene verzog. Besonders an dem Tag, an dem ich das erste Mal die Saisonkarte vergessen hatte und um Einlass bettelte. Aber er winkte mich augenzwinkernd durch und lächelte.

Tauchen haben wir geübt, entweder möglichst tief oder möglichst lange. Und natürlich Köpper. Eine Herausforderung, die für mehr als einen Sommer reichte.

Denn dieses Vorstadtfreibad hatte nicht nur ein Ein-Meter-Brett, sondern auch einen Sprungturm. Sommer für Sommer arbeitete ich mich hoch, erst auf drei, dann auf fünf Meter. Am Ende meiner Kindheit konnte ich einen anderthalbfachen Salto vom Dreier und einen Rückwärtskopfsprung vom Fünfer.

Wenn wir mit blauen Lippen aus dem Wasser kamen, war die Wiese unser Ruhe- und Spielplatz. Wir stärkten uns mit schneckenhausförmig gedrehten Lutschern, Tütchen mit Brausepulver und Wassereis.

Schwerwiegende Entscheidungen waren zu treffen: „Federball? Fangen spielen? Faulenzen?“ Langweilig war uns nie.

Das Freibadbecken meiner Kindheit wurde später zugeschüttet, der Sprungturm abgebaut. Darüber ist Gras gewachsen. Nebenan entstand ein überdachtes Spaßbad mit Wellenmaschine, Rutschen, Strudeln, Whirl-Pool, Bananenstauden  und was weiß ich. Von drinnen kann man in ein neues Außenbecken schwimmen. Es ist ziemlich klein.

Aber die Liegewiese, die gibt es noch. Ein kleiner Trost. Was wäre ein Badespaß im Sommer ohne eine Wiese, die Wärme und Wasser zu einem perfekten Ferientag verbindet?

Irgendwie nichts.

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